Prime Destination Bear Island

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Prime Destination Bear Island. Ab jetzt gilt die Regel des Thumps up Tuesday. Jeden Dienstag  bekommt ihr von uns einen Printartikel aus Heften vergangener Tage in voller Länge Online.

Prime Destination Bear Island

Irgendwo in einem fernen Land gibt es traumhafte Wellen. Doch wer sie surfen will, muss absolut frostfrei sein und darf beim Gedanken an Bären keine Panik bekommen. Das nächste Surfziel für dich? Finde es heraus!

Prime Destination Bear Island: Wer ist die Autorin?

Kristine Tofte hatte gerade ein paar Jahre auf Hawaii gelebt, dort gearbeitet, gesurft und mehr Sonne abbekommen als viele ihrer Landleute in ihrem ganzen Leben. Denn Kristine kommt aus Norwegen oder genauer aus Stavanger, wohin sie nach ihrem Leben auf Hawaii wieder zurückkam. Leider gab es dort aber keinen Job für die 30-Jährige. Für Meteorologen bestand einfach kein Bedarf, außer auf einer Insel mit dem Namen Bear Island. „Als ich mich bewarb, wusste ich eigentlich gar nicht, ob ich wirklich in diese Einöde will“, erinnert sich die Norwegerin. Verständlich, liegt Bear Island oder die Bäreninsel, wie sie auf Deutsch heißt, doch weit im Norden. Wer dort seinen Job antritt, bleibt für sechs Monate auf dem Felsen im Nordatlantik zusammen mit nur acht weiteren Wissenschaftlern. Denn echte Einwohner zählt die Bäreninsel genau: null.

Die Vision

Bevor Kristine aber Richtung Einöde aufbrach, sah sie ein Video und das änderte alles. „Der Name des Clips war ganz simpel ‚Bear Island‘ und darin war ein traumhafter Point Break zu sehen.“ Mit diesen Bildern im Kopf ging es dann los, um auf der Insel stündliche Wetterbeobachtungen zu machen, Wetterballons aufsteigen zu lassen und den Wetterbericht im Radio zu lesen. Außerhalb der Wetterstation gibt es kein Kino, kein Café und keinen Shop – nichts anderes als ein paar Hütten. Für die Freizeit gibt es Gym, Sauna sowie ein paar Huskys als Begleiter rund um die Station und natürlich Wellen, zumindest wenn man sie findet.

Spotguide Bear Island

Tatsächlich besteht ein Großteil der Küste aus steilen Klippen, die keine surfbaren Wellen zulassen. Zum Glück haben sich aber auch ein paar kleine Strandbuchten geformt, von denen eine auch noch genau in der Nähe der Wetterstation liegt. „Das war der einzige Spot, den ich gesurft bin“, erzählt Kristine. „Ein Beachbreak, der ziemlich geschützt in einer Bucht liegt und daher nur bei Nordwestswell funktionierte.

Prime Destination Bear Island
Der Spot kann sich wirklich sehen lassen. Und Crowds wird es hier wohl niemals geben.

Ich hätte noch ein paar andere Spots surfen können, wenn die nicht so weit weg gewesen wären. Wir sprechen hier von Hikes zwischen einer und sechs Stunden.“ Auch den Point Break aus dem Video surfte Kristine nicht. Das war auch gar nicht nötig. „Einmal sah der Spot aus wie einer perfekter A-Frame, das Wasser war kristallklar und die Vögel umkreisten mich, während ich schöne, lange Lefts abritt.“

Kristine auf einem Peeler in Bear Island.

Die Sache mit den Bären

Kristine hat während ihrer Zeit auf der Bäreninsel keinen Eisbären zu Gesicht bekommen. Theoretisch ist das aber nicht ganz unwahrscheinlich. Dieses Jahr erst gab es schon Sichtungen. Daher darf auch niemand das Gelände der Wetterstation verlassen ohne ein Gewehr zu tragen. Natürlich ist es schwer, beim Surfen im Lineup ein Gewehr dabei zu haben. So musste Kristine vor jeder Session auch noch einen anderen Wissenschaftler überzeugen mitzukommen und am Ufer Wache zu halten. Na, schon Blut geleckt und Lust auf einen Trip in den Norden bekommen?

Insel Lage: Irgendwo zwischen der Ostküste Grönlands und der Nordküste Norwegens auf 74 Grad nördlicher Breite jenseits des Polarkreises.

Anreise: Kristine wurde von der Küstenwache dort abgesetzt, nachdem sie zwei Tage auf hoher See unterwegs war. Zurück dauerte der Trip wegen schlechten Wetters sechs Tage. Auf eigene Faust ist ein Segelboot die beste Alternative. So kommen auch die meisten der wenigen Touristen.

Beste Saison: Im Winter ist das Fortkommen auf der Insel leichter: Einfach mit Ski über den Schnee laufen. Dafür ist es extrem kalt und stürmisch. Im Herbst ist das Wetter besser, dafür muss man ziemlich schroffes Gelände per Fußmarsch durchqueren.

Temperatur: Von Juni bis Dezember fällt die Wassertemperatur von 6 auf 2 Grad. Mit dem Packeis im Winter fällt die Wassertemperatur dann sogar knapp unter Null – Süßwasser würde gefrieren, Salzwasser noch nicht.

Über Kristine Tofte

Kristine Tofte begann zu surfen, als sie mit 19 Jahren nach Mexiko kam. Seitdem richtet sie ihren ganzen Alltag nach der nächsten Welle in Reichweite aus und reist außerdem seit diesem Jahr mit dem Nationalteam Norwegens zu Wettkämpfen von Portugal bis Japan.

Prime Destination Bear Island
Kristine in der Einöde Bear Islands.

Die besten Wellen ihres Lebens fand sie nicht auf Bear Island, dort zu surfen war aber ein einmaliges Erlebnis.

Bear Island: bewegte Bilder

Hier seht ihr noch bewegte Bilder von einer Reise, die drei norwegische Brüder nach Bear Island unternommen haben.

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